Mölln mögen?

Ich habe oft den Eindruck, dass wir Möllner unsere Stadt nicht wirklich mögen.  Uns sollte doch die Sauberkeit der Stadt, der Zustand der Innenstadt, die Attraktivität der Hauptstraße besonders am Herzen liegen. Ich muss leider  zugeben, dass ich kein großer Fußgänger bin, aber wenn ich dann doch mal zu Fuß in die Stadt gehe fällt mir viel Ungepflegtes und Vernachlässigtes auf. Angefangen von dem Bewuchs an den Bürgersteigen, herumliegendem Papier und sonstigem Unrat. Manchmal denke ich mit Mölln verhält es sich wie mit den Häusern von alten Menschen, denen die Kraft fehlt, den einst geliebten Garten zu pflegen und die Häuser instand zu halten. Langsam schleicht sich die Vernachlässigung ein, bis eines Tages die neuen Besitzer mit Elan und frischen Ideen ihr Eigentum aufputzen. Nur wer kauft schon eine Stadt?Die Politik liebt die großen teuren Projekte für die es Fördermittel gibt und die Wachstum und Fortschritt bedeuten. Kleines wird in der Kommunalpolitik oft abgetan, weil es kein Thema für Presse und Wahlkampf ist, es dient nicht dem Prestige, aber es hat große Wirkung auf das Wohlgefühl in der Lebensumwelt. Lange hat unser ehemaliger Fraktionsvorsitzende Hans Reis einen „Stadtkümmerer“ gefordert und ist mit dieser Forderung teilweise belächelt worden. Ich mag Mölln wirklich und lebe gern hier. Aber wenn ich mir den Zustand unserer Stadt betrachte, ist ein Stadtkümmerer wirklich vonnöten. Und auch der Willen aller, Bürger, Politik und Verwaltung die kleinen Dinge wie Sauberkeit der Stadt anzupacken. Das bedeutet gegebenenfalls auch, die finanziellen Mittel für eine solche Stelle bereit zustellen, aber ich finde, das sollte es uns wert sein. Mölln plant ein großes touristisches Projekt mit dem Quellenhof und dem Kurmittelhaus, wir haben großes mit dem wunderbaren Wildpark vor und der Kurpark wird verschönert. All dies soll den Tourismus fördern. Aber die Menschen die kommen sollen sich auch wohl fühlen und nicht überall auf Zeichen der Vernachlässigung stoßen.   Ich war sehr erschrocken in welchem Zustand sich der Eingangsbereich vor ehemals Hertie am 5.4., dem verkaufsoffenen Sonntag befand. Jetzt steht die Maibaumaufstellung und der zweite verkaufsoffene Sonntag vor der Tür. Beide Veranstaltungen werden viel Publikum anziehen. Die Besitzgesellschaft, bzw. der Insolvenzverwalter von Hertie werden nicht zu bewegen sein, hier für Ordnung zu sorgen, das hat die Verwaltung mehrfach versucht. Aber wollen wir Möllner wirklich dieses Bild unserer Hauptstraße bieten. Es wäre ein Signal wenn die Verwaltung hier einmal reinigen lässt. Vielleicht kann die Stadt auch einem der Cafébetreiber erlauben, hier Tische aufzustellen gegen die Reinigung der Fläche. Die würde das Straßenbild der Hauptstraße schon merklich verbessern.Liebe Möllner Bürger, lassen Sie uns alle mit den kleinen Dingen anfangen, von der Pflege des eigenen Grundstücks und vor allem ihres Bürgersteiganteils bis hin zum Verzicht, seinen Müll dort fallen zu lassen wo er anfällt. Dankenswerterweise hat Mölln noch Mülleimer. Und fangen Sie an die Stadt zu mögen und über das Gute in Mölln zu sprechen und ich bin sicher, da fällt Ihnen ganz viel ein. 

April 2009-05-10

Rosemarie Büttner

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