Entscheiden wir das, was die Möllner wollen?
Knapp zehn Monate ist es her, dass die Möllner ihre neue Stadtvertretung gewählt haben. Vieles ist seitdem auf den Weg gebracht worden. Angefangen bei der Mehrheitsentscheidung der vermeintlichen großen Volksparteien, die Ausschusssitze der städtischen Ausschüsse auf zehn Mitglieder festzuschreiben, wohl wissend, dass dies nicht dem Wählerwillen entspricht. Dies kann zweifelsohne im Gemeinderecht nachgelesen werden. Hier steht deutlich geschrieben, dass die Ausschussbesetzung ein Spiegelbild der Stadtvertretung sein soll, und das ist nicht der Fall. Aber wir leben ja in einer Demokratie und haben den jetzigen Zustand hinnehmen müssen.Es ist der Stadtvertretung zum Ende des letzten Jahres gelungen, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung einen ausgeglichenen Haushalt zu verabschieden. Dies auch unter dem Gesichtspunkt, den Möllner Bahnhof von der Deutschen Bahn zu erwerben. Ich persönlich halte diese Entscheidung nach wie vor für nicht glücklich, da die Vertragsverhandlungen mit der Bahn noch immer nicht abgeschlossen sind, und sich meine Vorbehalte zu bestätigen scheinen. Es gibt nach wie vor kein vernünftiges Konzept für die zukünftige Nutzung der von der Bahn angebotenen „Schrottimmobilie“. Hier hilft es auch nicht, mit dem öffentlichen Auftrag der Stadt zu argumentieren und Förderungen, die man erhalten hat und eventuell zurückzahlen muss, zum Gegenstand der Diskussion zu machen. Der Bahnhof ist und wird, so leid es mir tut, nicht zum touristischen Dreh- und Angelpunkt unserer Stadt werden. Dieser Punkt kann nur inmitten unserer Möllner Alt- und Innenstadt liegen.Die Möllner Alt- und Innenstadt ist ohnehin zurzeit Gegenstand vieler Diskussionen. Es werden Altstadtstammtische ins Leben gerufen, Gesprächskreise von betroffenen Anwohnern gegründet und darüber hinaus kümmert sich noch der Verein Mölln Marketing verzweifelt um eine Belebung der Innenstadt. Dies alles mit nur mäßigem Erfolg, allein schon wenn man bedenkt, dass anderenorts über die Schließung des Hertiekaufhauses entschieden wurde. In der örtlichen Presse wird der Leerstand dokumentiert, Lösungen scheint es nicht zu geben. Sicherlich schulden wir der Innenstadt das Einkaufsinteresse, auch bedingt durch die zentrale Ansiedelung der großen Discounter auf der „grünen Wiese“. Diese wären aber auch nicht bereit gewesen, in die Innenstadt zu ziehen, da es hier keine Verkaufsflächen in der erforderlichen Größe gibt. Es ist meiner Meinung nach höchste Zeit, dieses Problem ebenfalls in fachkundige Hände zu geben, genauso wie es mit der Beauftragung einer Firma zum Schulwegsicherungskonzept geschehen ist. Darüber hinaus sollten sich alle Beteiligten: Bewohner, Geschäftsinhaber, die Verwaltung der Stadt Mölln sowie die Vertreter der politischen Parteien endlich gemeinsam an einen Tisch setzen, getreu dem Motto: „Leben, Wohnen, Verweilen und Einkaufen in der Möllner Altstadt!“ Die hierbei entstehenden Diskussionen bringen für alle sicherlich mehr als die Eigenbrötelei einiger weniger. Es darf mit der Altstadt und ihren Bewohnern und Geschäftstreibenden kein parteipolitischer Wahlkampf betrieben werden. Und Sie alle, liebe Möllner Mitbürgerinnen und Mitbürger können Ihren Teil dazu beitragen, werden Sie aktiv, machen Sie mit. Es lohnt sich, für unser „noch“ schönes Mölln Ideen zu entwickeln!
Roland Schuhr – FMW-Stadtvertreter