Gebäudeverwaltung der Stadt Mölln
Wir begrüßen die Überlegungen der Verwaltung, ein Gebäudemanagement einzurichten. Bislang werden die der Stadt Mölln gehörenden Gebäude, zu denen z. B das Stadthaus, Kindergärten, Schulen, Bücherei gehören, von den verschiedenen Ämtern, denen sie sachlich zugeordnet sind verwaltet. Die kameralistische Buchführung erschwert eine Erhaltungs- und Investitionsplanung, da nach Fertigstellung diese Position nicht mehr im Haushalt erscheint. Im Jahre 2010 soll der Start in die Doppik (doppelte Buchhaltung für Ämter und Gemeinden, ähnlich einer kaufmännischen Buchführung) erfolgen. Das sollte auch der späteste Zeitpunkt für die Verwaltung sein, einen Bereich Gebäudemanagement einzurichten und die Aufgabenbereiche entsprechend zu strukturieren.
Dies erscheint uns dringend notwendig vor dem Hintergrund, dass eine Sanierungsmaßnahme wie die Wärmedämmung der Bücherei zwei Jahre zwar im Haushalt geplant war, aber aus Zeitmangel nicht beauftragt wurde. Dies hatte zur Folge, dass die Kosten inzwischen um mehr als 100.000,00 € gestiegen sind. Uns ist auch aufgefallen, dass z.B. die Kosten für Heizung für den großen Kindergarten im Großen Eschenhorst erheblich geringer sind als im halb so großen Till-Eulenspiegel-Kindergarten. Dies liegt sicherlich auch am Alter des Gebäudes und der Heizanlage, jedoch hätte unseres Erachtens eine zukunftsgerichtete Instandhaltungsplanung der Verwaltung für eine bessere Energieeffizienz der städtischen Gebäude gesorgt, indem energiesparende Investitionen rechtzeitig in Angriff genommen hätten können. Es gibt Beschlüsse der Stadtvertretung z.B. zum Klimaschutz vom 19.4.07, deren Bearbeitung bisher nicht erfolgt ist, weil sich die Bearbeitung wegen der Aufsplitterung auf verschiedene Ämter schwierig gestaltet.
Wir alle haben in den letzten Jahren feststellen müssen, dass die Energiekosten unaufhaltsam steigen. Auch die jetzige wirtschaftliche Krise wird uns leider keine preiswertere Energie bringen - im Gegenteil, die Preise steigen weiter. Man muss sich nur das Hick-Hack wegen der Gasdurchleitung zwischen Russland und der Ukraine ansehen. Zusätzlich wird immer klarer, dass große Anstrengungen von Privat als auch Kommunen, Kreisen und Bundeslängern unternommen werden müssen, um die drohenden Klimaveränderungen (wir wollen noch gar nicht von Klimakatastrophe reden) zu verhindern. Dazu gehören optimale Gebäudedämmung, umweltfreundliche und sparsame Heizungsanlagen, Einsatz von Energiesparbeleuchtungsmitteln. Alle diese Punkte erfordern, dass die Stadt über den Ist-Zustand gut informiert ist und möglichst zügig der Politik eine umfassende Darstellung der städtischen Gebäude und der notwendigen Energiespar- und Modernisierungsmaßnahmen vorlegt, damit die Dringlichkeit in den zuständigen Ausschüssen beraten und entschieden werden kann.
Erschienen im MM Jan. 2009 Rosemarie Büttner